Erstaunlicherweise fällt den meisten Frauen überraschend wenig ein, wenn man sie danach fragt, was Frauen eigentlich besser können als Männer. Ob das nun Understatement ist, Taktik oder wirklich spontane Unwissenheit, lässt sich nicht so genau ergründen. Tatsache ist, dass die Fähigkeiten, in denen Frauen uns haushoch überlegen sind, eher versteckte, subtile sind als offensichtliche – das macht sie natürlich umso effizienter.
(...)

Das Reden


Die größte Stärke der Frauen ist das Kommunizieren, das Reden, das Sich-mit-anderen-Austauschen. Statistiken besagen, dass Männer im Durchschnitt mit 10.000 Worten pro Tag auskommen, Frauen gebrauchen im Schnitt 22.000 Wörter, also mehr als doppelt so viel. (Eine aktuelle Studie, die dieses schöne Klischee etwas relativiert, finden Sie im Buch.) Das heißt nicht, dass sie immer etwas Sinnvolles sagen, aber ihr Hang zum Reden ist doch deutlich ausgeprägter als bei Männern. Muss man das jetzt als Stärke oder besondere Fähigkeit der Frau auslegen? Na ja, es heißt zwar „Schweigen ist Gold”, aber vergessen wir nicht: Die Sprache ist eine Kernkompetenz des Menschsein. Nur durch das Wechselspiel und die stetige Perfektionierung von aufrechtem Gang, Werkzeuggebrauch und Kommunikation konnte der Vorfahre des modernen Menschen vor rund zwei Millionen Jahren den rasanten Siegeszeug beginnen, den der homo sapiens (seit ca. 200.000 Jahren) fortsetzte. Kommunikation war und ist ein Entwicklungsturbo für die Gruppe wie für das Individuum. Und die Frauen können es besser! Oder jedenfalls lieben sie es mehr.


Hirnforscher können nachweisen, dass das Sprachzentrum im weiblichen Gehirn stärker ausgeprägt ist als im männlichen. Warum das so ist, wissen sie allerdings nicht. Alles, was es hierzu gibt, sind mehr oder minder wissenschaftliche Spekulationen, die von der „Urzeit-These” (Männer machten sich auf die Jagd nach wilden Tieren und entwickelten dabei ihren Orientierungssinn, Frauen saßen am Lagerfeuer und ratschten) bis hin zum Einfluss der Hormone auf das Gehirn reichen. Dazwischen gibt es allerhand. Im zweiten Teil des Buches werden wir sehen, dass gerade die kommunikativen Kompetenzen der Frauen es sind, die ihre evolutionären körperlichen Nachteile gegenüber den Männern mehr als ausgleichen. Viele der (zum Teil manipulativen) Selektionsmechanismen, die bei der Partnerwahl zum Zuge kommen, sind Instrumente, die auf Sprache basieren.

Multitasking im Gehirn


Die vielzitierte Multitasking-Fähigkeit der Frauen – also viele Dinge gleichzeitig zu tun – gibt es wirklich: Etwa ein Butterbrot schmieren, gleichzeitig mit der Freundin telefonieren, nebenbei einen Billigflug im Internet raussuchen und uns nachrufen, wir sollten nicht vergessen, die Kinokarten zu besorgen. Das ist kein Klischee, sondern hat – so scheint es – tatsächlich mit den Gehirnfunktionen von Frauen zu tun.
Hirnforscher können tatsächlich bei Frauen eine stärkere interne Vernetzung des Gehirns feststellen als bei Männern, zum Beispiel gibt es eine deutlicher ausgeprägte Verbindung der beiden Gehirnhälften. Bildlich gesprochen könnte man sagen, dass das weibliche Gehirn eher einem Kaleidoskop gleicht, bei dem mal hier etwas aufblitzt, mal da, und das alle Varianten des Zusammenspiels ausnutzt. Das männliche Gehirn wäre dagegen eher zielgerichtet, wie ein Fernrohr.
Im Buch: – Das Lügen – Die Sinne – Orientierung – Schmerzen ertragen – Multiple Orgasmen – Orgasmus vortäuschen – Allein schlafen – Die Zähmung des Mannes
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